Bericht vom Heimbesuch

03.01.2020

Liebe Spenderinnen und Spender,

seit den Terroranschlägen im April 2019 hat sich die Lage auf Sri Lanka stark verändert. Die Polizei ist überall präsent, ob in Schulen, Kirchen, Tempeln oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Der Besuch von Frau Jayakanthan wurde vorab nicht angekündigt. Im Heim ist es ordentlich und sauber. Zur Zeit leben dort 25 Kinder im Alter von 11 – 19 Jahren. Durch die letzte große Naturkatastrophe haben 7 davon ihre Angehörigen verloren. Einige sind dadurch traumatisiert und müssen psychologisch betreut werden. Unter der Leitung von Schwester Anita können die Kinder insgesamt mehr Freiheiten genießen. Auch sind die Aktivitäten vielseitiger geworden.
In den letzten 2 Jahren haben 10 Kinder das Heim verlassen. Einige Mädchen sind mittlerweile verheiratet. Was uns ein wenig stolz macht: zwei von ihnen sind Lehrerinnen geworden. Eine weitere ehemalige Heimbewohnerin hat ihre College-Ausbildung abgeschlossen.

Wie schon erwähnt, wird das Heim nach wie vor von Schwester Anita geleitet. Diese wird seit einigen Monaten von Schwester Claudia unterstützt, die als zweite katholische Nonne ausschließlich für die Betreuung der Kinder zuständig ist. Alle anderen Mitarbeiter sind Angestellte, eine Köchin mit Küchenhilfe, ein Gärtner sowie ein Security-Mitarbeiter. Dieser begleitet die Mädchen zu ihren Aktivitäten, z. B. Nachhilfe, Verabredungen mit anderen Kindern. Diese Begleitung ist wichtig, da sie die Mädchen vor sexuellen Übergriffen schützt.

Der eigene Gemüsegarten sowie die Eier der 20 Hühner werden zur eigenen Versorgung genutzt. Die Insel hat eine hohe Inflationsrate, was sich durch die stark gestiegenen Lebensmittelpreise bemerkbar macht. Die Versorgung mit Trinkwasser hat sich durch diverse Naturkatastrophen verschlechtert. Das gesamte Wasser muss jetzt vor Nutzung abgekocht werden. Trinkwasser in Flaschen zu kaufen kann sich das Heim nicht leisten. Selbst das Gas für den Küchenherd ist teurer geworden, weshalb häufig auf offener Flamme gekocht wird.

Das Heimgebäude ist in einem ordentlichen Zustand. Die vom Verein finanzierten Reparaturen wurden alle ordnungsgemäß durchgeführt.

Wir haben uns einen detaillierten Überblick über die monatlichen Kosten verschafft. Diese sind um 250,— mtl. gestiegen. Unsere Unterstützung von 2.640,— alle 2 Monate wurde seit 5 Jahren nicht erhöht. Finanziell können wir nur einen Teil dieser Mehrkosten leisten. Der Vorstand hat daher einstimmig beschlossen, dass wir ab November alle 2 Monate 3.000,— überweisen sowie für das diesjährige Weihnachtsfest zusätzlich 500,—, so dass den Kindern ein festliches Essen und Kleinigkeiten als Geschenke bereitet werden können.

Unsere regelmäßigen Spendeneinnahmen sind nach wie vor nicht kostendeckend. Wir versuchen, zusätzliche Einnahmen durch Firmen und private Einzelspender zu generieren. Ab diesem Jahr wird es erstmals keinen Kalender mehr geben, da die Kosten für die Herstellung, Verpackung und Versand so hoch sind, dass vom Kalenderverkauf kaum etwas übrigbleibt. Zudem hat das Interesse an den Kalendern sehr nachgelassen, weil viele Menschen digitale Kalender nutzen. Stattdessen möchten wir Ihnen mit dem Obst- und Gemüsebeutel eine kleine Freude machen und damit auch einen kleinen Beitrag für die Nachhaltigkeit leisten. Vielleicht denken Sie bei der Nutzung des Beutels an uns!

Weiterhin wirklich erwähnenswert ist, dass Frau Nirosha Jayakanthan – vor 5 Jahren noch selbst Heimbewohnerin in Bandarawela – in diesem Jahr ihre Prüfung zur examinierten Altenpflegerin bestanden hat. Dazu gratulieren wir ihr ganz herzlich, wünschen ihr weiterhin beruflichen Erfolg und hoffen, dass sie sich auch zukünftig für „ihr altes Heim“ engagieren wird.

Wir bedanken uns bei allen Spenderinnen und Spendern für ihre langjährige Unterstützung, denn nur durch Sie lebt dieses Projekt!

Bleiben Sie uns verbunden – denn bei uns erreicht jeder Euro die Bedürftigen.

Herzlichst
im Namen aller Engagierten

Roswitha Grigoleit
Mitglied Vereinsvorstand